Ranking-Methodik
Jeder Akteur in diesem Verzeichnis trägt einen Relevanz-Score von 0 bis 100. Diese Seite legt die vollständige Formel offen — damit jederzeit nachvollziehbar ist, warum ein Akteur an einer bestimmten Stelle steht.
1. Was der Relevanz-Score misst
Der Relevanz-Score ist ein Indikator von 0 bis 100 für die öffentliche Sichtbarkeit und Relevanz eines Akteurs in der österreichischen KI-Kreativwirtschaft. Er wird vollständig automatisch aus öffentlich zugänglichen Signalen berechnet und regelmäßig (nächtlich) neu ermittelt, sobald sich die zugrunde liegenden Daten ändern.
Der Score dient ausschließlich der Sortier-Reihenfolge im Verzeichnis. Er ist keine Empfehlung und kein Qualitätsurteil — siehe Abschnitt 4.
2. Die sechs Faktoren und ihre Gewichte
Der Score setzt sich aus sechs Faktoren zusammen. Jeder Faktor wird auf einen Wert zwischen 0 und 1 normiert und mit dem unten angegebenen Gewicht in die Gesamtwertung eingerechnet. Die Gewichte summieren sich über alle sechs Faktoren auf 100 %.
| Faktor | Gewicht | Was er bewertet |
|---|---|---|
| Wissenschaftliche WirkungOpenAlex-Zitationen | 20 % | Wie häufig wissenschaftliche Arbeiten des Akteurs in der Forschung zitiert werden — relativ zu allen Akteuren mit Zitations-Signal eingeordnet.Gilt für: Forschung & Papers |
| VerbreitungHuggingFace-Downloads + Likes | 20 % | Wie stark ein veröffentlichtes Modell oder Werkzeug tatsächlich genutzt und geschätzt wird — relativ zu allen Akteuren mit Verbreitungs-Signal.Gilt für: Tool- & Modell-Anbieter |
| Quellen-KorroborationAnzahl unabhängiger Quellen | 20 % | Wie viele voneinander unabhängige öffentliche Quellen den Akteur belegen — mehr Quellen bedeuten besser abgesicherte Information.Gilt für: alle Akteure |
| AktualitätLetzte erfasste Aktivität | 15 % | Wie aktuell die jüngste erfasste Aktivität ist — Aktivität, die älter als ein Jahr ist, trägt nicht mehr bei.Gilt für: alle Akteure |
| Redaktionelles VertrauenVerifizierung + Klassifikator-Konfidenz | 15 % | Ob ein Eintrag redaktionell verifiziert wurde und wie sicher die automatische Einordnung in eine Domäne ist.Gilt für: alle Akteure |
| Web-Präsenz & QuerschnittWebsite + Anzahl Verticals | 10 % | Ob eine eigene Website vorhanden ist und über wie viele inhaltliche Schwerpunkte (Verticals) der Akteur hinweg aktiv ist.Gilt für: alle Akteure |
Wissenschaftliche Wirkung trifft nur auf Forschung und wissenschaftliche Arbeiten zu; Verbreitung nur auf Anbieter von Modellen und Werkzeugen. Die übrigen vier Faktoren gelten für alle Akteure.
3. Wie die Faktoren kombiniert werden
Der Gesamtscore ist eine gewichtete Summe der normierten Faktoren, skaliert auf den Bereich 0–100. Entscheidend ist dabei ein Fairness-Prinzip:
Ein Akteur wird nur über die Faktoren bewertet, die auf ihn zutreffen — und nicht für ein Signal bestraft, das er strukturell gar nicht haben kann. Ein Mode-Startup ohne wissenschaftliche Zitationen wird also über die verbleibenden Faktoren bewertet, statt eine Null für „Wissenschaftliche Wirkung“ zu erhalten. Dazu werden die Gewichte über die jeweils zutreffenden Faktoren neu normiert (der Nenner enthält nur deren Gewichte).
Signale mit stark ungleicher Verteilung (Zitationen, Downloads — wenige Akteure mit sehr hohen Werten, viele mit niedrigen) werden logarithmisch skaliert und perzentil-basiert eingeordnet: maßgeblich ist die Position relativ zu allen anderen Akteuren, nicht die rohe Zahl. So dominiert ein einzelner Ausreißer nicht das gesamte Ranking.
Liegen für ein perzentil-basiertes Signal zu wenige Vergleichswerte vor (eine oder keine vergleichbare Beobachtung), wird der neutrale Mittelwert (50 %) angesetzt — es wird niemand auf Basis fehlender Vergleichsdaten benachteiligt.
Konkret für dieses Verzeichnis: Die meisten erfassten Kreativwirtschafts-Akteure sind Studios, Agenturen oder Netzwerke — keine Forschungseinrichtungen und keine Modell-Anbieter. Für sie treffen die Faktoren Wissenschaftliche Wirkung und Verbreitung strukturell nicht zu; ihr Score berechnet sich vollständig über die verbleibenden vier Faktoren — darunter Aktualität, die für Akteure mit erfasster Webaktivität ein reales Differenzierungsmerkmal ist.
Auch die Quellen-Korroboration wirkt im aktuellen Korpus kaum differenzierend: Die meisten Akteure stützen sich derzeit auf eine einzige öffentliche Quelle — bei vielen ist diese Quelle ihre eigene Website —, sodass dieser Faktor momentan nahezu konstant ist und das Ranking nicht maßgeblich beeinflusst. Er gewinnt erst an Aussagekraft, sobald mehr Akteure durch unabhängige Zweitquellen belegt sind.
4. Was der Score nicht ist
Der Relevanz-Score ist ein automatischer Relevanz-Indikator auf Basis öffentlicher Signale — kein Gütesiegel und keine Bewertung der Qualität der Arbeit eines Akteurs und keine bezahlte Platzierung. Ein hoher oder niedriger Score sagt nichts über die fachliche Güte, Vertrauenswürdigkeit oder wirtschaftliche Bedeutung eines Akteurs aus.
5. Datenbasis und Grenzen
Der Relevanz-Score ordnet die erfassten Akteure ein — er sagt nichts darüber aus, wie dieses Verzeichnis zustande kommt. Dieser Abschnitt legt offen, was als Eintrag zählt, aus welchen Quellen die Daten stammen, wie oft sie aktualisiert werden und wo die Abdeckung an Grenzen stößt.
Was als Eintrag zählt
Aufgenommen werden Organisationen, Forschungsarbeiten, Werkzeuge und Produkte mit belegtem KI-Bezug — entweder durch eine eigene Angabe des Akteurs (First-Party-Claim) oder durch dokumentierten KI-Einsatz — innerhalb der vier inhaltlichen Schwerpunkte der österreichischen Kultur- und Kreativwirtschaft. Die Abgrenzung ist bewusst streng: AR/VR, LED-Produktion, Motion-Capture oder „Automatisierung“ allein gelten nicht als KI-Signal — Präzision geht vor Volumen.
Quellen
Die Datengrundlage ist eine kuratierte Quellen-Mischung: offene Wissenschaftsdaten (OpenAlex), Branchenverzeichnisse (PGDA-Mitglieder, XR-Austria-Landscape, GCD der TU Wien), Fachmedien-RSS (brutkasten, Trending Topics), offizielle Studien (BMK „AI and the Austrian Media Sector“) sowie redaktionelle Einzelrecherche. Jeder Eintrag trägt eine bis mehrere nachvollziehbare Quellen, die auf der jeweiligen Detailseite sichtbar sind (CC BY 4.0).
Aktualisierung
Ein täglicher automatischer Ingest (Cron, nächtlich) erfasst neue Papers- und News-Signale. Der Akteurs-Korpus selbst wird redaktionell kuratiert: Jeder Eintrag durchläuft ein Editorial-Gate mit einer Konfidenz-Schwelle von 0,80 und einer DSGVO-Prüfung — es werden keine Personen-Einträge ohne deren Einwilligung aufgenommen.
Stand und Umfang
Aktuell umfasst das Verzeichnis 78 publizierte Einträge (Organisationen und Forschungsarbeiten), verteilt auf die vier Schwerpunkte:
- Architektur — 31 (davon 12 Forschungsgruppen des TU-Wien-Zentrums GCD)
- Medien & AV — 30
- Gaming & XR — 13
- Fashion — 5
Einzelne Akteure sind in zwei Schwerpunkten zugleich geführt (etwa virtuelle Anprobe in Fashion und Gaming & XR) — die Summen je Schwerpunkt können daher die Gesamtzahl geringfügig übersteigen.
Grenzen der Abdeckung: Die strenge KI-Abgrenzung wirkt: Im Schwerpunkt Gaming & XR wurden zuletzt zahlreiche Studios ohne belegten KI-Einsatz bewusst nicht übernommen — die österreichische Spielebranche ist deutlich größer als ihre KI-aktive Teilmenge. Der Schwerpunkt Fashion ist strukturell dünn — der österreichische KI-Fashion-Markt ist nach mehrfacher Recherche real sehr klein. Die hier genannten Zahlen sind eine kuratierte Untergrenze(„mindestens diese Akteure“) und ausdrücklich kein Nachweis von Vollständigkeit. Korrektur- und Ergänzungshinweise sind jederzeit willkommen — siehe Abschnitt 6.
6. Korrektur und Einspruch
Sind die einem Akteur zugrunde liegenden Daten unrichtig oder unvollständig, oder möchten Sie als erfasster Akteur eine Korrektur oder Löschung Ihres Eintrags, genügt eine formlose Nachricht an aiandbusinessgrowth@ai-at.eu. Wir setzen Änderungen zeitnah um; der Score wird beim nächsten Lauf automatisch neu berechnet. Weitere Details zu Ihren Rechten finden Sie unter Datenschutz § 19.
7. Methodik-Version
Die hier beschriebene Formel und die angezeigten Scores entsprechen der Methodik-Version v1. Ändern sich Faktoren oder Gewichte, wird die Version erhöht, damit die angezeigten Werte stets der Formel zugeordnet werden können, die sie erzeugt hat.